Vorsicht: Schönfärberei!

Je wohlklingender die Namen, desto skeptischer sollte man werden: Kürzlich beschloss der Bundestag ein „RV-Leistungsverbesserungsgesetz“. Das bringt nur wenigen Personengruppen eine Verbesserung, beschert dadurch aber allen Rentnern eine noch größere Senkung des Rentenniveaus als sie ohnehin geplant war.
Nun sind die Lebensversicherten dran: Mit dem „Gesetz zur Absicherung stabiler und fairer Leistungen für Lebensversicherte“. Geplant ist ein bunter Strauß an Maßnahmen, der auf den ersten Blick mehr Fairness und Verbraucherschutz verspricht. Doch was nutzt es dem Verbraucher wirklich?
Die vom Bundesverfassungsgericht geforderte Beteiligung an den Bewertungsreserven würde ausgehebelt. Nach Branchenangaben macht das drei Milliarden Euro weniger Zuteilungen – pro Jahr.
Die Senkung des Höchstzillmersatzes auf 2,5 Prozent klingt zunächst wie eine Kostenbremse. Doch das hindert die Versicherer nicht, in der Praxis deutlich höhere Abschlusskosten auszuschütten. Beim aktuellen Zillmersatz von 4 Prozent liegen die Abschlusskostenquoten bei vielen Unternehmen bei rund 6 Prozent. Und wer zahlt es am Ende? Klar, der Kunde. Und weshalb sollte sich daran etwas ändern?
Die Senkung des Höchstrechnungszinses auf 1,25 Prozent wird schließlich dazu führen, dass die garantierte Beitragsrendite im Schnitt auf deutlich unter 0,5 Prozent absackt. Also ein garantierter Kaufkraftverlust! Und das in Zeiten, in denen die Lebensversicherer mit dem angelegten Geld ihrer Kunden noch Nettorenditen von 4 Prozent und mehr erzielen. Klingt all das nach mehr Verbraucherschutz?
Linderung könnte nur eine deutlich verbesserte Überschussbeteiligung schaffen. Und tatsächlich: Die Verbraucher sollen an den Risikogewinnen künftig mit 90 Prozent statt wie bisher mit 75 Prozent beteiligt werden. Die Sache hat nur einen Haken: Der einzelne Kunde hat keinen vertraglichen Anspruch darauf. Die höhere Gewinnbeteiligung kann jahrelang in Rückstellungen schmoren, ohne dass der Kunde auch nur einen Cent davon sieht. Es gibt sogar Verträge, in denen gar keine Überschussbeteiligung vereinbart ist. Da nutzt dann die geplante Verbesserung rein gar nichts.

Holger Balodis
Dagmar Hühne
http://www.vorsorgeluege.de
balodis@vorsorgeluege.de
0221-461527 und 466590

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